Mittwoch, 17. August 2016

Das ganze Jahr drauf gefreut und so schnell vorbei...


Hallo, ich mal wieder!

 Bei uns ist ja seit vergangenen Donnerstag schon wieder der Schulalltag eingekehrt,
während viele von Euch gerade in der Weltgeschichte rumgurken
oder sich zu Hause entspannen.
Für mich hat das den Vorteil,
dass ich vormittags wieder etwas mehr Luft habe
und Euch bei dieser Gelegenheit ein paar
Urlaubsimpressionen aus Italien vom Comer See zeigen kann.


 Nach 10 Stunden Autofahrt erwartete uns ein gut gelaunter
und äußerst charmanter Bilderbuchitaliener
und überreichte uns "den Schlüssel zum Glück" für die nächsten 14 Tage
samt einer Flasche Rotwein mit den Worten: "Bambini schnell ins Bette
und dann genieße diese gute Schluck."
Dabei zwinkerte er uns schelmisch zu.
Eine bessere Begrüßung hätte ich mir nicht vorstellen können.
Nur das die Bambini  alles andere als ins Bett wollten...


Am nächsten Morgen dann dieser Hammerblick.
Fast täglich war meine 1. Amtshandlung:
Raus auf den Balkon,
tief durch atmen,
Ausblick genießen
und sich des Lebens freuen.

Auf dem Weg zum Strand wurde täglich der selbe Witz gerissen.
Die eingewachsene Uhr gehört zu einem alten Bocciaplatz.





-alte Bekannte-

Kiloweise Strandglas fanden wir am Ufer.
Zum Haus ging es 150m bergauf.
Das war dann auf dem Rückweg jedesmal eine ziemliche Schlepperei.


Dieser herrenlose Geselle mit der ausdrucksstarken Miene
stand nicht auf Stöckchenwerfen.
Meine Jungs wollten zu gern fletschern
aber er schnappte die Steine jedesmal im Flug weg.
Mir war das ein bisschen zu gefährlich,
aber von Stöcken wollte er pardout nichts wissen.
Als wir ihn ignorierten,
nahm er einen Stein ins Maul und legte ihn direkt neben uns ab
und schaute uns mit diesem Blick da an...
Ergänzung: Ich hab mal fletschern gegoogelt
und eine seltsame Beschreibung gefunden.
Bei uns heißt das, flache Steine über das Wasser springen zu lassen.








überall wunderschöne Motive zum Fotografieren

Ein fast ausgetrocknetes Flußbett war unser liebster Badeplatz.
Er mündete direkt in den See und hatte auch tiefe Stellen zum Schwimmen.
Die Kinder bauten Staudämme wie die Weltmeister.


-Superwoman beim Start-

 



Jede Menge interessantes Getier haben die Kinder entdeckt.
Der Hirschkäfer ist ja eine bedrohte Art,
scheint sich aber am Comer See sehr wohlzufühlen.
Mehr als einmal kam einer direkt auf mich zugeflogen
und ICH mutierte zur bedrohten Art.
Eigentlich sollte ich Vorbild für meine Kinder sein...


Am 2. Tag hatten wir entzückenden Besuch.
Ein Schmusekaterchen gesellte sich zu uns
und bekam gleich eine riesen Portion Streicheleinheiten.
Von da an besuchte er uns fast jeden Tag,
sehr zur Freude aller.
Welche Frage da immer wieder gestellt wurde, könnt ihr euch denken.


Ja, ich hätte ihn zu gern mit nach Hause genommen.
Der Abschied war dann ziemlich schmerzhaft...


Wenn wir unterwegs waren, haben wir meistens ein Suchspiel gemacht,
damit es den Kindern nicht langweilig wurde.
Hier sollten sie Eisenstühle finden.
So schön, ich hätte sie am liebsten alle mitgenommen.

Mal eben auf ein Nachmittagskäffchen am See kam
der Herr dieses Flugobjektes öfter mal vorbei.
Ja, wer´s hat. Bloß kein Neid!

Im Haus hingen verschiedene Kunstwerke.
Hier versuchte ich mich an einem Stillleben a la Martina Goernemann.





Und kreativ waren wir (außer Papa)


 
Hier hat auch Jemand extrem Ausdauer bewiesen,
oder keine Lust mehr auf Murmelnspielen gehabt.

Eines Morgens war plötzlich der halbe See weg.
Da hinten regnete es und bei uns war alles trocken.
Plötzlich blitzte es
und ein ohrenbetäubender Donner schallte zeitgleich zwischen den Bergen.
Ich biss vor Schreck in meine Kaffeetasse, die zum Glück heil blieb.

 
 Kaffee wurde übrigens stilecht aus der berühmten
italienischen Kanne getrunken,
die zur Standardausrüstung dort gehört.
Schmeckt viel besser, echt.

Diese Villa hätte ich am liebsten zu den Eisenstühlen
und der Katze in unseren Kofferraum vom "großen Schwarzen"
gepackt. Aber ich durfte nicht, bähh.


Als kleine Entschädigung fand ich davor am Straßenrand diese,
offensichtlich entsorgte Espressokanne.
Die durfte mit nach Hause und ich hab sie bepflanzt.

Ein wunderschönes Bergdörfchen lag direkt oberhalb unseres Hauses.
Abends hörten wir Musik und stiefelten hinauf.
Die Dorfgemeinde hatte sich an der Kirche versammelt
und ein Alleinunterhalter sang bekannte italienische Schnulzen.
In einer Ecke rührte ein älterer Mann ausdauern in einem riesigen Topf.
Wir waren neugierig und setzten uns mittenrein (nicht in den Topf).

Plötzlich fing der Sänger an, klassische Stücke zu interpretieren.
Ich war hin und weg. Die Akkustik zwischen den Bergen war der Hammer.
Als er "Now we are free"  sang, war es um mich geschehen.
Wer´s nicht kennt, hier bitte unbedingt reinhören!!!
Im Topf köchelte übrigens Polenta.
Wie selbstverständlich bekamen wir eine Portion
und einen Becher Rotwein in die Hand gedrückt
und waren Eins mit der italienischen Welt.

Vor vielen Hauseingängen wucherten riesige Kräuterbüsche.
Das war jedes Mal ein Dufterlebnis bei unseren zahlreichen Streifzügen.


 
professionelle Wanderausrüstung ist ein MUSS
-mein blondes Schneewittchen-
ich bin schon etwas gezeichnet, vom steten Bergauf


 Mit diesem herrlichen Ausblick wurden wir
nach einer ziemlich schweißtreibenden Bergtour auf über 1000m Höhe belohnt.
In solchen Momenten möchte man am liebsten
die (leider nicht vorhandenen) Flügel ausbreiten und losfliegen.






Die Palmen wuchsen sogar aus der Regenrinne.

Ich bin ja nicht so der "Stundenlang-in-der-Sonne-Brutzler"
und vertreibe mir lieber die Zeit mit Strandgutsammeln und
kreiere Stillleben.
Mein Haargummi, aus den nassen Haaren gezogen,
hatte ich neben die Decke gelegt.
Es sah aus, wie eine Rose.


Mein Lieblingskleid, einst in Schweden gekauft ist immer dabei.



Wir hatten das Glück, in der Nähe den besten Bäcker zu haben.
Dort gab es u.a. köstliches dunkles Brot.
Das hatten wir in den vergangenen Italienurlauben schmerzlich vermisst.
Deshalb hatte ich vorsorglich Kiloweise Brotbackmischungen eingepackt.
Toll, konnte ich alles wieder nach Hause schleppen.



Auch die beste Italienische Pizzeria der Gegend
befand sich (leider) gleich um die Ecke.


Im Nachbarort hatte sich Jemand eine ehemalige Kirche zu Wohnzwecken umgebaut.
Na das war ja was für mich und meinen Fotoapparat.
Ich hab mich doch tatsächlich getraut, zu fragen,
ob ich einen Blick reinwerfen dürfte.






Abschiedsfoto auf der Heimreise kurz vorm Julierpass von einem
Bergsee in Türkis.


Ach war das wieder ein schöner Urlaub.
Damit er noch lange im Gedächtnis bleibt
mach ich immer eine Bildercollage von uns,
die dann bis zum nächsten Jahr im Eingangsbereich hängt.
Oft stehen wir davor und erinnern uns
und schwatzen über die Erlebnisse, die wir hatten.
 
Mit dieser Sammlung schön gestalteter Hausnummernschilder
sage ich für heute arrivederci.

Bis zum nächsten Post dauert es diesmal nicht so lange.
Ich hab ein schönes praktisches Teil gewerkelt,
was ich euch unbedingt zeigen möchte.

Also bis denne, seit lieb gegrüßt und genießt die Zeit!

Grit